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Der Doktorvater von Guttenberg erklärt sich zu der Affäre – Herr Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Häberle

28 Feb

„Die in der Promotionsschrift von Herrn zu Guttenberg entdeckten, mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel.“ Hier die Erklärung des Guttenberg-Doktorvaters Häberle im Wortlaut.

Erklärung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Häberle

Mit sehr großem Bedauern habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Umstände der von mir betreuten Promotion von Herrn K.-T. zu Guttenberg den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen geeignet sind. Die in der Promotionsschrift von Herrn zu Guttenberg entdeckten, mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel. Sie widersprechen dem, was ich als gute wissenschaftliche Praxis seit Jahrzehnten vorzuleben und auch gegenüber meinen Doktoranden zu vermitteln bemüht war. Die Aberkennung des Doktortitels war die notwendige Folge.

In meiner ersten spontanen und letztlich zu vorschnellen Reaktion konnte ich – ohne Detailkenntnis der konkreten Vorwürfe – das Ausmaß nicht absehen. Im Blick auf die Originalität der Fragestellung und die Intensität der inhaltlichen Ausarbeitung hielt ich jede Form eines Vorwurfs für ausgeschlossen – zumal Herr zu Guttenberg stets zu meinen besten Seminarstudenten gehörte. Ich habe den Werdegang seiner Arbeit, wie bei all meinen Doktoranden ohne jede äußere Beeinflussung nach besten Kräften betreut. Ich werde auch weiterhin als Wissenschaftler alles mir Mögliche zur erforderlichen Aufklärung der Umstände durch die Gremien der Universität beitragen.

gez. Peter Häberle„*

Viele sagen, der Professor hätte es erkennen müssen. Ich bin anderer Meinung. Erstens besteht zwischen dem Doktorvater und seinem Doktoranden ein Vertrauensverhältnis. Zweitens sollte man nicht denen die Schuld oder auch nur eine Mitschuld geben, die das Unrecht gar nicht begangen haben. Da ich selbst studiert habe und einige Professoren kenne, kann ich mir ungefähr vorstellen, wie Herr Prof. Häberle sich jetzt fühlt. Er ist ein verdienter Mann. Und Guttenberg hätte ihm diese Schande ersparen können. Prof. Häberle tut mir Leid.

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*Quelle: Hier das Original (aus Verlag Der Tagesspiegel GmbH;Askanischer Platz 3;10963 Berlin vom 28.2.2011)

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Verfasst von - 28/02/2011 in News, Politik

 

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