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Plagiatsaffäre um Annette Schavan

Heute liest man folgende Nachricht:

62% der Bundesbürger sehen in der Plagiatsaffäre einen Nachteil für die Kanzlerin Merkel. Die CDU/CSU sei geschwächt.

Ja, das mag sein. Für mich stellt sich jedoch die Frage nach dem System. Parteiübergreifend. Man kann schauen, wohin man will. Die heutige Generation unserer Volksvertreter ist eine Kaste von machtversessenen egoistischen Karrieristen. Sie kommen durch das System nach oben. Es sind reine Berufspolitiker. Wie in einer privatwirtschaftlichen Unternehmung, sehen sie ihren Erfolg in der Besetzung immer höherer Positionen. Sie setzen Karrierestreben mit Volksvertretung gleich. Verteufeln will ich das ganze nicht. Schlimm wird es dann, wenn illegale Methoden eingesetzt werden. Wenn also die eigene Qualifikation nicht ausreicht, um das Ziel zu erreichen, werden eben ‚andere‘ Methoden zu Hilfe genommen. Schavan und Guttenberg stehen genau für diese Gruppe von Menschen. In Deutschland hat sich dieses System etabliert. Und es ist schlimmer geworden. Heute gehen unsere zukünftigen Landeslenker direkt von Studium in die Politik. Sie haben nie etwas anderes gesehen (z.B. Dr. Philipp Rösler, Dr. Kristina Schröder). Was wollen wir von diesen Menschen erwarten? Sie kennen das Leben doch gar nicht. Aber sie wollen einen ganzen Staat lenken und führen. In den USA sieht das ganze etwas anders aus. Ein Politiker, der außerhalb der Politik keine Erfolge vorweisen kann, wir nicht ernst genommen. Auch gibt es dort den Status des Berufspolitikers nicht. Unser System wird sich sicherlich nicht ändern. Ich will ebenso nicht sagen, dass hier die USA ein Vorbild sein soll. Im Kern geht es darum, dass wir zukünftig genauer hinschauen sollten, wer sich da als Volksvertreter andient. Lasst uns die Finger von den Leuten fern halten, die noch ‚halb grün hinter den Ohren‘ sind. Sie kennen das Leben nicht. Lasst uns genau hinschauen, wenn wir von hohen Dekorationen geblendet werden sollen. Dr.-Titel, Professuren und hohe Ämter zeigen nicht wirklich, was in diesen Menschen steckt. Wenn sie in Parteien hochgewachsen sind, zeigt es mit Sicherheit jedoch eines: Diese Leute wissen, wie sie sich selbst am besten vermarkten und wie sie die eigenen Ziele am besten erreichen. Dabei ist dieses Streben nicht immer gekoppelt mit dem, was auch für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes gut wäre. Stecken wir nun in einem Dilemma? Wie sollen wir denn beurteilen, wer gut oder nicht ganz so gut ist? Die Antwort ist schlicht: gar nicht. Dies kann man vorher nicht wissen. Kommen jedoch während der Amtsperioden nichtlegale Machenschaften heraus, dann müssen wir diese Menschen bekämpfen. Es darf nicht geduldet werden, dass Volksvertreter in ihrer Vergangenheit mit unsauberen Methoden ihre Ziele verfolgt haben. Das haben wir nicht verdient. Wer geschummelt hat, muss weichen! Immer. Nur so können wir zukünftig ähnliche Situationen vermeiden, die unserem Volk schaden. Ich bin gespannt auf politplag.de. Mittlerweile stehen hier diverse Politiker mit Dr.-Titeln … und alle werden untersucht werden. Also: Falls von diesen Politikern sich welche zu Wahl stellen, sollten sie genau wissen, was sie tun.

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Verfasst von - 10/02/2013 in News, Politik

 

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Diskognition

Zu allererst und wichtig: In dieser Darstellung geht es auf keinen Fall darum, Herrn zu Guttenberg mit AH zu vergleichen, oder auf eine Stufe zu stellen. Es geht nur um Auffälligkeiten und Gemeinsamkeiten im Verhalten des Volkes in zwei ganz unterschiedlichen Situationen.

Das, was sich momentan im Land abspielt, ist Wahnsinn. 1933 kam ein Mann an die Macht, der in einem Buch genau das geschrieben hat, was er später leidvoll für die ganze Welt umgesetzt hat. Viele Menschen konnten dies damals lesen. Und doch wurde das ganze deutsche Volk in den Bann eines Menschen gezogen, mit blinden Gehorsam und Vertrauen; und mit zum Teil absurder Bewunderung.

Heute haben wir einen Minister, einen Volksvertreter unseres Landes, der wahrscheinlich in einem wichtigen Punkt illegal gehandelt hat. Und was geschieht? Nahezu die gesamte Bundesregierung steht hinter ihm. Und noch schlimmer: Große Teile der Bevölkerung dieses Landes ebenso. Lernen wir denn nichts? Sehen wir denn nichts, gerade mit unserer Historie. An die Lenker unseres Landes muss ein hoher moralischer Maßstab angelegt werden. Dies ist deshalb um so wichtiger, da wir uns in Deutschland schon einmal haben blenden lassen; mit katastrophalen Folgen. Wir müssen uns sicher sein, dass unsere Volksvertreter uns möglichst optimal vertreten. Fehlen bei einer Person gewisse Grundvoraussetzungen, darf diese nicht in die Lage versetzt werden, für uns Entscheidungen zu treffen. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen ist hier Integrität und Ehrlichkeit. Es ist übrigens kein Zufall, dass das Wort Ehrlichkeit in direktem Zusammenhang mit dem Wort „Ehre“ steht. Ein Begriff, dem in unserer heutigen Zeit viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

In fast allen Bereichen unseres täglichen Lebens haben wir dieses schon erlebt. Mitarbeiter bestehlen ihre Firmen und werden sofort entlassen. In Beziehungen wird betrogen und sie zerbrechen. Soldaten, die hintergehen, werden degradiert und Schlimmeres. Aber: In der Sekunde, in der es sich bei der Person um einen Politiker handelt, ist alles anders. Dies gilt nicht nur für den Fall Guttenberg. Es gibt auch noch andere Namen, wie zum Beispiel Herrn Otto Graf Lambsdorff, der der Steuerhinterziehung überführt wurde, als Bundeswirtschaftsminister zurücktrat (!) und trotzdem danach weiterhin ein große Rolle in der Führung unseres Landes gespielt hat.

Wie ist das zu erklären?

Nur durch eine kollektive Diskognition einer nicht zielgerichteten Gruppe*. Damit meine ich, dass die Intelligenz dieser Gruppen kleiner ist, wie die kleinste des einzelnen Gruppenmitglieds. Dies macht Demagogie und Anfälligkeit für Rhetorik möglich. Das Denken des Einzelnen wird auf ein Mindestmaß reduziert und ersetzt durch blindes Mitlaufen in den Jubelemotionen der anderen; denn, man will dazu gehören. Dies ist das Geheimnis der Politiker. Dies ist der Schlüssel zum Erlangen und (wichtiger noch) Erhalten der Macht. Nur wer sich dieser Situation als Gruppenmitglied und damit als Wähler bewusst ist, kann relativieren und annähernd unabhängige Entscheidungen treffen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass der ein oder andere, der diese Zeilen liest, zukünftig eigene Ansichten bildet und Entscheidungen trifft, die nicht durch gruppenideologische Zwänge beeinflusst sind.

*) Nicht zielgerichtete Gruppen sind nicht vergleichbar mit sog. Schwarmintelligenz. Hier arbeitet eine Gruppe an einem Gruppenziel. Die Handlungen und das Verhalten sind also ausgerichtet. Dadurch wird es möglich, in kurzer Zeit zum Beispiel eine Doktorarbeit nahezu vollständig auf Plagiate zu untersuchen.

geschrieben am 23.2.2011

siehe auch: Die-Hitler-Guttenberg-Parallelen, wobei mir der Absatz über die „weibliche Anhängerschaft“ zu tendenziös ist.

 
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Verfasst von - 26/02/2011 in Politik

 

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